Heilige Birmas von den Ferrerocats
  CNI - der schleichende Tod
 


Tagebuch einer CNI-kranken Katze




Champion Gianna vom Wildbach
geb. 15.09.2004
gest. 19.08.2009 
chocolate-tabby-point,
Gewicht 2850g am 04.01.09

1. Wurf 25.04.2006 2 Kitten, Baby 2 ist tot entbunden worden

2. Wurf 02.05.07 2 Kitten, Baby 2 war schon mindestens 14 Tage tot im Mutterleib, Gianna Kaiserschnitt und Totaloperation, keine Milch, Flaschenaufzucht, Baby 1 hatte Unreife des Nervensystems und konnte sich nicht mit dem Hinterteil bewegen, 4 Spritzen Vitamin B12 in Höchstkonzentration reichten, um ein völlig sich normal bewegendes und weiter entwickelndes Baby zu haben.
Diese Infos dienen dazu, weil nachfolgende Krankheit im unmittelbarem Zusammenhang steht (laut Aussagen einer Tierärztin)

Tagebuch:

September 08
Ich besuche meine Tochter, die Gianna seit dem Kaiserschnitt hat, und stelle fest, dass auf dem Klo große Haufen Urin zu finden sind und ein Geruch nach Ketonen fast ein Atmen unmöglich machen. Leider war ich zu unerfahren, um sofort einen Tierarzt aufzusuchen.

04.01.09
Anruf von meiner Tochter: Mutti Gianna verhält sich ganz komisch, sie wirkt antriebsarm und spielt nicht mehr so. Sie sitzt vor dem Trinken und macht komische Laute. Ich fuhr sofort hin, natürlich war Wochenende, und fuhr mit ihr zu einem Arzt in Reinickendorf, der auch sonntags auf hatte. Nach 3 Stunden (2 Hunde waren vor mir da) kam ich an die Reihe. Eine junge Ärztin untersuchte die Katze und stellte nichts fest. Sie meinte, ein Blutbild wäre gut und nannte gleichzeitig einen Horrorpreis dafür. Ich verzichtete, da ich am nächsten Tag dies von meinem Tierarzt machen lassen wollte. Als ich dann anmerkte, die Katze wirke ausgetrocknet, machte die Ärztin den Test und sagte, man könnte ihr ja bisschen Elektrolytlösung geben, diese ließ sie dann in Windeseile in den Körper meiner Katze laufen. Ich bestand noch auf Zylexis, damit das Imunsystem gestärkt wird und fuhr ohne Befund nach Hause. Die Katze nahm ich sofort zu mir, natürlich getrennt von den anderen Katzen.

06.01.09
Leider konnte ich arbeitsbedingt erst heute, Dienstag, zum Tierarzt. Dieser machte sofort einen Bluttest auf Nierenwerte und vermutete richtig: Chronische Niereninsuffizienz. Am nächsten Tag bestätigte der Befund dieses. Die Werte waren jenseits von gut und böse:
Harnstoff: Soll: 20 - 65 mg/dl,...........Ist: 194,6
Kreatinin: Soll: 0,8 - 1,5 mg/dl..........Ist: 3,5
Gianna bekam 3 Tage Elektrolyse morgens und abends. Dann war sie stabil. Ab sofort musste sie Tabletten nehmen:
1/8 Herztablette zur Verdünnung des Blutes (Fortekor 5)
2x1 Rubenal 75 (neu auf dem Markt)
Zusätzlich durfte sie nur noch Nierenfutter fressen (Renal)
Natürlich fragte ich nach der Lebenserwartung, aber der Tierarzt hielt sich sehr bedeckt. Wenn man den Zustand stabil behalten kann, könnte Gianna noch einige Jahre leben. Alt wird sie aber nicht.

05.03.09
Anruf von meiner Tochter: Mutti Gianna spuckt seit 3 Tagen und frisst nicht, außerdem versteckt sie sich oder läuft an die Wand und gibt komische Töne von sich. Ich holte sofort die Katze und ging zum Arzt. Es waren genau 8 Wochen vergangen seit der Elektrolyse. Gianna bekam 2 Tage Tage lang morgens und abends Elektrolyse. Die Dosierung der Herztablette wurde auf 1/4 erhöht. Am Wochenende ging es der Katze wieder gut nur begann sie nicht mit dem Fressen.

09.03.09
Ich landete wieder beim Tierarzt. Gianna bekam Elektrolyse und gleichzeitig Kalium. Bis Mittwoch waren wir wieder 2x am Tag da und hofften, dass doch noch alles gut wird. Als Medikament gekam sie jetzt noch zusätzlich Ipakitine zur Phosphatreduktion. Gianna fing wieder an zu fressen. Wir fanden 2 Tage Kot im Katzenklo.

12.03.09
Das Fressen im Napf wird nicht weniger. Ich versuche, Gianna was ins Maul zu geben. Sie nimmt 4-5 Körner. Nachts setzt sie bisschen Kot ab mit Schleim versetzt. Ich wiege sie abends: 2598g.

13.03.09
Gianna hat nichts gefressen. Sie schläft nur noch. Ihr Fell sieht schon seit längerem schlecht aus. Sie putzt sich fast gar nicht. Ihr Gewicht beträgt. 2547g.
Ich rufe den Tierarzt an und weine, weine, weine.
Gianna hat sich aufgegeben. Ich will sie aber noch nicht einschläfern lassen, denn sie hat keine Schmerzen. Aber ich muss mich verabschieden.

14.03.09
Gianna frisst nicht mehr und trinkt ganz wenig. Mit Spritze versuche ich, ihr Wasser einzugeben. Aber die Menge reicht bei weitem nicht. Das Katzenklo bleibt leer.

15.03.09
Sämtliche Versuche, ihr eingeweichtes Tockenfutter zu geben, scheitern daran, dass sie es wieder ausspuckt oder ganz verweigert. Sie trinkt nicht mehr alleine. Ich habe das Gefühl, dass Gianna in diesen 8 Tagen enorm abgebaut hat. Sie ist nur noch Haut und Knochen. Morgen werde ich sie erlösen, denn ich verlänger nur ihren Tod und das hat sie nicht verdient.

16.03.09
Weinend fahren meine Tochter und ich zum Tierarzt, um Gianna zu erlösen. Gott sei Dank ist keiner im Wartezimmer. Schnell landen wir in einem Raum, wo schon eine saugfähige Unterlage vorbereitet ist. Ich beschreibe dem Arzt die Situation, aber Gianna wird neugierig und will sich umsehen. Der Tierarzt begutachtet sie ganz genau und verlässt den Raum. Wir nutzen in der Zeit die Gelegenheit und setzen Gianna auf das Waschbecken, dessen Wasserhahn wir geöffnet haben. Gianna trinkt. Ansonsten sagt sie uns, heute will ich noch nicht sterben. Der Tierarzt kommt und schlägt uns vor, es weiter zu versuchenm, da es der Katze noch relativ gut geht. Der Hauttest zeigt, dass sie nicht ausgetrocknet ist, also doch was getrunken hat. Irgendwie sind wir froh, dass wir sie mitnehmen können, aber auch beunruhigt. Gianna erhält neue Medikamente, damit sie frisst wie:
Nutri Cal ( eigentlich darf sie es gar nicht )
Kalium Kapseln ( um Appetit anzuregen )
Valium ( zur Beruhigung und Appetit )
Ich fahre meine Tochter mit Gianna nach Hause, und hoffe, dass die gewohnte Umgebung ihr hilft, noch weiter zu leben.

19.03.09
Meine Tochter hat heute Kot auf dem Klo gefunden und gesehen, dass Gianna bisschen gefressen hat. Ansonsten wackelt sie sehr und ist eigentlich nur noch Kopf und Knochen.

27.03.09
Heute habe ich meine Tochter besucht, um mir einen Eindruck von Gianna zu verschaffen. Ich habe mich sehr erschrocken. Sie bewegte sich leicht torkelnd durch die Gegend. Einmal versuchte sie, auf die Couch ( Höhe 50 cm) zu springen und verfehlte das Ziel. Das Fell sieht so was von struppig aus trotz regelmäßigem Kämmen, denn das liebt sie über alles. Lange hielt ich sie auf dem Schoß, was sie durch lautes Schnurren genoss. In letzter Zeit frisst sie viel, Dank der beiden letzten Mittel, die den Appetit anregen. Ich flößte ihr noch ca. 30ml Wasser ein und bat meine Tochter, immer mal zwischendurch ihr Wasser trotz eigenes Trinken zu geben. Giannas Augen waren nicht mehr so leuchtend. Mir ist klar, dass dies unser letzter Versuch ist. Schweren Herzens fuhr ich wieder nach Hause.

07.04.09
Ich besuche meine Tochter, um auch nach Gianna zu sehen. An ihrem Äußeren hat sich nichts verändert, das Fell ist extrem stränig und sie wachelt vor sich hin. Wenn die Balkontür aufgemacht wird läuft sie immer noch in windeseile hinaus und genießt die frische Luft. Auf meinem Schoß schnurrt sie aber fühlt sich wieder leichter an. Was micht besonders erschrickt, ist ihre Brust. Da gibt es keine Muskelatur mehr sondern nur noch das Brustbein (Knochen) zu spüren. Das Gewicht beträgt jetzt 2270g.

24.05.09
Meine Tochter zieht zu mir zurück und damit auch Gianna. Gleich gucke ich sie genauer an. Das Gewicht beträgt 2170g. Ebenfalls erfahre ich, dass sie alle Medikamente abgesetzt hatte, weil die Katze so extreme Nebenwirkungen hatte. Und paradoxerweise frisst sie seitdem sehr gut und trinkt gut. Das Fell sieht wieder besser aus. Sie schläft sehr viel aber schmust noch immer gerne.

18.08.09
Gianna wiegt nur noch 2047g. Seit einigen Tagen frisst sie nur noch, wenn man ihr das Trockenfutter ins Maul gibt. Mit Wasser in Spritzen versuche ich, ihren Wasserhaushalt einigermaßen im Gleichgewicht zu halten. Sie bewegt sich zitternd und schafft den Sprung auf die Couch nicht mehr.

19.08.09
Meine Tochter kommt weinend nach unten und erzählt, dass Gianna nachts ihr Bett verlassen hat und seitdem in der Ecke liegt. Ich eile schnell hoch und gucke nach ihr. Sie macht beim Hervorholen schmerzliche Laute und hält sich kaum auf den Beinen. Die Augen glänzen nicht mehr. Sofort rufe ich den Tierarzt an, denn der Zeitpunkt ist gekommen. Meine Tochter und ich begleiten sie bis zum Ende. Ruhig schläft sie ein und irgendwann sehen wir keine Atembewegung mehr. Leider stellen wir fest, dass den Tod ein Abzess beschleunigt hat, den sie sich zugezogen hat, als mein Kater trotz aller Vorsicht in ihr Zimmer stürmte und auf sie ging. Trotz sofortiger Trennung muss er sie gebissen haben. Ich mache mir große Vorwürfe. Aber andererseits habe ich schon lange gesehen, dass Gianna nur noch vor sich hin gelebt hatte und keine richtige Freude mehr hatte.

Liebe Gianna, auch wenn ich jetzt weinend an Dich denke, meine Tochter und ich haben dich sehr geliebt und hätten dir gerne ein langes schönes Leben gewünscht. Jetzt ist Deine Seele im Katzenhimmel und Du bist von Deinen Leiden erlöst. Träume süß. Wir werden immer an Dich denken.

Die Krankheit:
CNI oder chronische Niereninsuffizienz ist ein langsam fortschreitender Verlust der Nierenfunktion, der letztendlich zu einem Nierenversagen führt. Sie kann nicht geheilt werden, sondern nur in ihrem Verlauf verzögert werden. Erst, wenn 3/4 des Nierengewebes zerstört sind, ändern sich die Blutwerte. Vorher ist eine Diagnostik schwer, denn die Symptome sind unspezifisch wie Gewichtsverlust und Antriebslosigkeit. Da meine Katze erst 4 1/2 Jahre alt ist, ist ganz stark zu vermuten, dass ihre CNI erblich bedingt ist.
In meiner Traurigkeit und Ohnmacht bin ich auf der Suche nach Informationen auf eine ganz tolle Homepage gestoßen, in der alles steht zum Thema CNI.

http://www.felinecrf.info/index.htm

 
   
 
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